Niels Frommhold

Geplagt von unschönen Gedanken wird Heine in seinem Gedicht "Nachtgedanken" um den Schlaf gebracht. Die Erinnerungen an das Vaterland und die geliebte Mutter lassen das lyrische Ich schlaflos und weinend im Bett liegen. Nach dem ersten lesen und dem beachten der Überschrift lässt sich als erste These vermuten das es sich in diesem Gedicht um Dinge handelt die dem lyrischen Ich Nachts zu schaffen machen und es quälen, darunter zählen das Vermissen der Mutter und die Enttäuschung gegenüber Deutschland. Bei dem 1843 erschienenen Gedicht handelt es sich um eine Ballade, die in der lyrischen Epoche des Vormärz/jungen Deutschlands geschreiben wurde. Der erste Eindruck beim lesen des Gedichtes erinnert einen selbst an Nächte in denen man schlaflos, wälzend und auf ein Ende der Nacht hoffend im Bett liegt. Nachts allein in seinem Bett findet man nichts weiter als sich und seine über den ganzen Tag mitgeschleppten Gedanken, die jetzt voll zur Geltung kommen. Die Gedanken des Protagonisten gelten der alten Frau Mutter und der in seinen Augen unschönen Veränderung des Vaterlandes. 

Das Thema des Gedichtes sind Sehnsucht und Trauer und beschreibt die schlaflose Nacht des Protagonisten. Der Titel Nachtgedanken passt perfekt zum Gedicht, da die Gedanken des lyrischen Ichs mitgeteilt werden. Der Protagonist liegt wach mit vollen Gedanken über die Mutter und das Vaterland. Ein fester Ort, sowie ein fester Zeitpunkt an dem die Handlung spielt ist nicht festgelegt, jedoch ist davon auszugehen das dieses Gedicht im Schlafgemach des lyrischen Ichs und in der Nacht spielt. Das besondere an diesem Gedicht ist das der Leser einen direkten Einblick in den Kopf des lyrischen Ichs bekommt und dass, das lyrische Ich nichteinmal mit uns sprechen muss. In "Nachtgedanken" wird ausschließlich nur von Ich, mein oder mir gesprochen, man kann also festhalten das es sich um einen Ich Erzähler oder Heinrch Heine selbst handelt. Diese These wird von dem Fakt unterstützt das Heine seine Mutter zwölf Jahre nicht gesehen hat und dies im Gedicht auch oft wiederholt. Es ist also davon auszugehen das es sich bei Nachtgedanken um ein autobiographisches Gedicht handelt und Heinrich Heine als Synonym für das lyrische Ich auftritt. Heinrich Heine schildert als lyrisches Ich seine realen Erlebnisse. "Nachtgedanken" ist formal gegliedert in zehn Strophen mit jeweils vier Versen. Paarreime bilden das Reimchema des ganzen Gedichtes und als Metrum gibt es größtenteils einen vierhebigen Jambus, nur bei (Denk ich..., Z. 1) und (Deutschland, Z. 21) wird ein Daktylus verwendet. Die Kadenzen der ersten beiden Verse jeder Strophe sind weiblich, die der letzten männlich. Der Zeilenstil lässt den Gesamteindruck gleichmäßig und geordnet wirken. Besonderheiten sind unter anderem eine Anapher im ersten Vers: (Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht) und Enjambements in den Versen 33, 35, 37. Die Substantive beschreiben mithilfe der zahlreichen Verben den Verlauf und Stimmung der Geschichte. Ein Deutschland in der Nacht bringt Heine ins Nachdenken über sein Vaterland und das ausharren der Mutter in Deutschland. Durch die Sprache wird eine aufregende Stimmung erzeugt welche zeigt wie das lyrische Ich im Bett mit den Gedanken ringt. Die Sprache erzeugt außerdem ein Gefühl der Hilflosigkeit und Einsamkeit gegen die Heinrich Heine in jener Nacht zu kämpfen hat. Der Gedanke an die Mutter lässt ihn nicht los, dies zeigt der Chiasmus in Vers 8 und 9. In Vers 18, 19 ist eine Anapher zu finden die aufzeigt wie viel Zeit seit dem letzten Wiedersehen vergangen ist und gleichzeitig findet ein Wechsel der Zeitformen von Präsens in Präteritum statt. Gleich im darauf folgenden Vers finden wir eine Metonymie: "Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen", welche zeigt das Heine 12 lange Jahre seine Mutter nicht die Nähe und körperliche Liebe gegenüberbringen konnte. Strophe sechs sticht heraus aus diesen ernsthaften Erzählungen der Mutter und wirkt ironisch gegenüber dem Vaterland Heines. Heinrich Heine hat nach all dem was er mit dem Vaterland erlebt hat resigniert und zieht nun spöttig über dieses her. Das einzige was Heine noch Sorge bereitet ist die Mutter die in Deutschland lebt. Die alte Mutter ist hierbei als Zeichen der Vergänglichkeit zu vertehen und das einzige worum sich Heine in Deutschland noch sorgt. In Strophe 8 klagt das lyrische Ich darüber wie viele Menschen ins Grab sanken die er liebte. Die Aussage (so viele sanken dort ins Grab, Vers 30) spielt darauf an wie viel Trauer das lyrische Ich in sich trägt und welchen Verlust dieses schon erleben musste. In Strophe 9 hat die Spannungskurve ihr maximum erreicht, die Substantive Zahl, Leichen und vorallem Qual lassen die Strophe besonders düster erscheinen. Die Nachtgedanken entpuppen sich als Qual für das lyrische Ich und der Druck in dessen Brust steigt. Gottlob ist das entscheidende Substantiv und der Wendepunkt für das Gedicht. Die ganze Spannung und Qual fällt auf einen Schlag ab. In der letzten Strophe wird durch die Wiederholung von Gottlob nochmals die Erlösung deutlich. Heine schreibt von französischem heiteren Tageslicht welches ins Zimmer bricht, dies Beschreibt nicht nur den Wohnort Heines sondern auch die damit verbundenen politischen und sozialen Situationen. In Deutschland gab es Zensur und einige Werke Heines wurden verboten, während Heinrich Heine sich in Frankreich ohne Einschränkungen ausleben kann. In der letzten Strophe wird deshalb auch Frankreich als heiter beschrieben und Deutschland als Sorge. Die Frau welches die deutschen Sorgen weglächelt lässt das Gedicht mit Hoffnung auf eine Revolution Deutschlands enden.

Im ganzen Gedicht wird der Zwiespalt zwischen dem persönlichen, sehnlichen Wunsch die Mutter zu sehen und den enttäuschenden Erfahrungen mit dem Vaterland deutlich. Das Gedicht ist zu tiefst emotional, voller Sehnsucht und Enttäuschung über die verflossene Zeit in der Heinrich Heine seine Mutter nicht in die Arme nehmen konnte. Die anfangs vermutete These über die persönliche Bindung zur Mutter und dem Frust über das Vaterland lies sich bestätigen. Der Zwiespalt im Gedicht zwischen der fehlenden Nähe zur Mutter aber der Verletzung durch die politische Führung Deutschlands, macht dieses Gedicht von Heinrich Heine besonders. 

Justus Götsch

24. Juni 1912, die Grand Armeé geführt durch Napoleon Bonaparte überschreitet die Memel. Frankreich erklärt, gestützt durch ihre verbündeten Satellitenstaaten (Preußen, Österreich, Dänemark), Russland, unterstützt durch den formalen Verbündeten Schweden durch Schwedisch – Pommern Besetzung Frankreichs Februar 1912 und Bündnis April, den Krieg. Juni bis August 1912 Napoleon ist auf der Suche nach finaler Schlacht, treibt Russische Truppe zurück, unter Verlusten auf beiden Seiten und Schwächen der Grand Armeé, durch fehlende Versorgung. 14. September 1912, Napoleon zieht in Moskau ein. Verhandlungen mit Zar Alexander scheitern. Brand Moskaus zerstören ca. 75 % der Stadt. 18. Oktober Grand Armeé verliert in der Schlacht um Tarutino. Ab 19. Oktober 1912 ziehen sich Napleons Truppen zurück unter hohen Verlusten durch Hunger, Krankheiten und Verletzungen. 14. Dezember, letzte Truppen überschreiten die Memel. Von ca. 400 bis 600 Tausend Soldaten kommen nur 20 bis 100 Tausend aus dem Krieg zurück. Napoleon unterliegt in den Befreiungskriegen 1813 – 1814. Gefangennahme und Verbannung Napoleons nach Elba. 



Um Heines „Die Grenadiere“ umfassend zu verstehen und zu erklären, ist es essentiell zunächst sich mit der geschichtlichen Situation vertraut zu machen. Nach dem grauenvollem Ende des Russlandfeldzuges sind nicht nur abertausende von Soldaten fielen, sonder mit ihnen auch Frankreich und Napoleon Bonaparte, der bis zu jener Zeit „größter Feldherr aller Zeit“ und Revolutionär Frankreichs und auch auch heutig deutschen Gebieten. 



Heine umschreibt in der ersten Strophe seines 9 strophigem Gedichtes die Situation nach der fatalen Niederlage des so vielversprechenden Krieges. Durch die Worte „nach Frankreich“ (V1) und dem später aufkommendem Ziel der Heimat, wird klar das es sich bei den Grenadieren um französische Soldaten der Grand Armeé, hier durch die deutsche Übersetzung „das große Heer“ (V7) und zudem noch um Grenadiere handelt, die als Spezialeinheit galt bevor in den späteren Kriegen, die Granate zur Standartwaffe eines Trupplers gehörte. Diese beiden Grenadiere die in „Ru[ss]land gefangen“ (V2) wurden und durch ein „deutsches Quartier“ (V3) kommen und müde und enttäuscht vom Krieg sind mit „[hängenden Köpfen]“ (V4) eine „traurige Mär“ (V5), also eine Geschichte hören, dass „Frankreich verloren gegangen“ (V6) sei das „große Herr“ „besiegt und verschlagen“ (V7) und der „Kaiser“ (V8) gefangen sei. Dies wird zudem durch eine Repetitio verstärkt wird, „der Kaiser, der Kaiser gefangen“ (V8).

In Vers 9 beginne die Grenadiere zu weinen, was erstens ihr Betrauern und zudem durch „weinten“ verdeutlicht wird, wie wichtig ihnen ihr Land und vor allem ihr Kaiser Napoleon Bonaparte ist, wo zu bemerken ist, dass weinen zu jener Zeit für Männer ein eher ehrloses und verweichlichtes Benehmen war, weiß möglicherweise auch von den im Krieg erlebtem Grauen kommen könnte. Weiter beginnt einer zu sprechen: „Wie weh wird mir,
 [W]ie brennt meine alte Wunde!“ (V11 f), was nicht nur auf sein trauern sondern auf Kampfverwundungen spielen lässt, die er durch die fehlende Hoffnung nie mehr heilen sieht. Der andere spricht darauf hin: „Das Lied ist aus, [A]uch ich möcht mit dir sterben, [D]och hab ich Weib und Kind zu Haus, [D]ie ohne mich verderben.“ (V13 ff) Womit dem Lied der Krieg und die durch die Revolution 1789 ausgerufene und später besiegelte Herrschaft, 1799, gemeint ist. Wie auch dem ersten Grenadier ist es ihm zu sterben zumute, jedoch denkt er nicht erst an sein Vaterland und den Kaiser, sondern an seine Familie und Kinder daheim, die ihne ihn „verderben“ (V16), also verhungern bzw. verlottern würden. Der erste Grenadier versteht seine Einwände nicht und antwortet ihm mit den Worten „Was schert mich Weib, was schert mich Kind! Ich trage weit be[ß]res Verlangen; La[ß] sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind  –Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen!“ Klar ist zu erkennen im welchem Verhältnis der Kaiser und seine Familie stehn, durch oft verwendete Ausrufe, das recht abwertende Verb „schert“ (V17) und auch seiner Idee bzw. Erklärungen, wie diese auch ohne ihn klar kommen. Im Mittelpunkt dieser Strophe steht vor allem der Kaiser, welcher in V 20 durch eine Art doppelten Repetitio, da er schon auf selber Weiße in Vers 8 erwähnt wird verdeutlicht wird. Zudem wird dieser Teil: „Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen!“ (V20) durch einen Gedankenstrich abgetrennt, was Frau und Kind noch unwichtiger erscheinen lässt. Mit dem „weit be[ß]ere[m] Verlangen“ wird die Bedeutung Napoleons auch Zeitgeschichtlich verdeutlicht und die Entwicklung der Geschichte, als höheres Zeil vor das niedere nach Frau und Kind gestellt. Der erste Grenadier geht ihn Strophe 6 so weit, dass er seinen „Bruder“ (V21) als Zeichen der Verbundenheit und auch der Solidarität durch die teils Equivalisierung der „Klassen“, durch Napoleons Revolution, bittet ihn in „Frankreichs Erde“ (V24) zu begraben, falls er bis dahin an seiner in Vers 12 erwähnten Wunde verenden sollte. Durch die Repetitio Frankreichs und den Gedankenstrich vor „Begrab“ in Vers 23, hebt er die Bedeutung Frankreichs für ihn und allgemein hervor, jedoch auch die gar fanatischen Mittel bzw. Wünsche des ersten Grenadiers. In Strophe 7 beschreibt der Grenadier seine genau Bestattung, die stark an ein Ehrenbegräbnis eines Soldaten hohen Ranges erinnert, wie an den Worte: „und gürt mir um den Degen“ (V28) womit die Wicklung des Haltegurtes des Degens und die Scheide gemeint ist, oder „Das Ehrenkreuz am roten Band Sollst du aufs Herz mir legen“ (V25 f), wo beiden Ehrenkreuz eine Auszeichnung für besondere Verdienste, vergleichbar mit dem Eisernen Kreuz in Deutschland gemeint ist. Diese gar zeremonielle Beerdigung dient lediglich zu „horchen still“ (V29) um allseits bereit zu sein um im Falle eines erneuten Krieges, was pompös durch den Neologismus und die Personalisierung „Kanongebrüll“ verlautet wird. Und auch das Wort „Schildwache“ (V30) auf den militärischen Hintergrund deutet, wo eine Schildwache beispielsweise eine Torwache ist, was nicht nur als schutz des Kaisers sondern auch den Schutz Frankreichs steht. Allgemein ist diese Strophe stark durch Bilder und Geräusche untermalt, was für eine stark bildliche und visuelle Darstellung sorgt. Strophe 6 – 8 arbeiten auf den in Strophe 9 beschrieben Sachverhalt hin wo der erste Grenadier sich aus seinem Grabe erhebt (V35) um in der Schlacht die durch die Synästhesie der „[klirrenden und blitzenden Schwertern]“ ergibt und wieder für eine Glorifizierung der Schlacht dient. Verdeutlicht wird die Zugehörigkeit zum Kaiser durch das sehr deutliche Bild: „Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab“ (V33) und durch die die wiederaufkommende Repetitio des „Kaisers“ hier jedoch um ihn zu „schützen“ (V36) und das er gefangen sein wie in Vers 8 und 20. Um der Vollständigkeit halber ist zu sagen, dass es sich um einen Kreuzreim, mit freiem Metrum handelt, was für eine lockere jedoch auch geordnete Art sorgt.

Um sich nun mit der umfassende Deutung des Gedichtes zu befassen muss man sich nicht nur den Zeitgeschichtlichen Kontext, sondern ebenfalls Heines Gesinnung zur Hand nehmen. Heine war durch den Drang nach Veränderung und dem Widerwillen gegebener Umstände, stets an einem Umbruch interessiert und kam dadurch auch einige male unter unschönere Umgebungen und musste ebenfalls seine Heimat verlassen, um weiterhin teils antikapitalistische, wobei dieses Wort mit Vorsicht genossen werden muss, da es nicht der heutigen Auslegung, durch fehlende Marx Einflüsse entspricht und antiaristrokratische Inhalte publizieren zu können. Dabei blickte er, auch wenn durch einen eher geschichtlichem, geschuldet durch sein gerade zu junges alter auf die Französische Revolution und die Gedanken und Taten Napoleons. 

Dahingehend ist dieses Gedicht in einem pronapoleonischen und prorevolutionärem Kontext zu fassen, was an der starken Glorifizierung des „Kaisers“, also Napoleon und der Entschlossenheit beider bzw. des einem Grenadiers klar wird. Heine brachte dieses Gedicht in Textform im Jahre 1822, wobei er selbst behauptet es 1816 geschrieben zu haben um als Initiator der Napoleon-Legende zu dienen, obwohl Forscher eher von dem 1819 bzw. nicht vor 1818 ausgehen. Zu dieser Zeit ist die Französische Revolution noch nicht zu lang her und ebenfalls der verheerende Krieg Frankreichs, dem eher eher beschönigend als realistisch entgegen tritt, und die Umbrüche des Flickenteppichs des späteren deutschen Reichs wenn überhaupt erst in den Säuglingsschuhen sind. 

Zusammenfassend ist zu sagen, dass dieses Gedicht von Heinrich Heine gar ein Loblied an die Französische Revolution und Napoleon Bonaparte darstellt und Heine vor allem die Idee und den Umbruch in Frankreich stark unterstützt und es durch die Deutsche Sprache auch für Deutschland gelten lassen will und mit den letzten Zeil der Revolutionswille in jedem angesprochen wird, es Frankreich gleich zu tun. Spannend ist auch die Betrachtung zweier Vertonungen von Wagner und Schumanns, die beide durch pompösen Gesang und Spiel und die Einflechtung der Marseillaise beider Komponisten unabhängig von einander.

Tim Groschwald

 Das Gedicht „Als ich, auf der Reise, zufällig“ von Heinrich Heine aus den Jahre 1824 stammt aus der Epoche Junges Deutschland & Vormärz. Es geht um Heinrichs Harzreise und die Dinge, die Unterwegs passieren, wie in dem Gedicht das treffen der Familie. 



Das Gedicht kann man in 3 Sinnabschnitte Gliedern. In der ersten Strophe wo er die liebste Familie fand, dann von Strophe 2 bis 5 wo fragen gestellt werden und Informationen ausgetauscht werden und Strophe 6 bis 7 wo es um das Schwesterchen geht. 

In der ersten Strophe trifft er auf der Reise seine Familie, die ihn freudig erkannt haben. 

Strophe 2 handelt von der frage seines Befindens, und der Aussage er habe sich nicht verändert und das nur sein Gesicht bleich wäre. 
In Strophe 3 fragt er selber nach dem Stand der Dinge, nach Bekannten und nach seinem kleinen Hündchen. 
In Strophe 4 und 5 fragt er nach seiner vermählten Geliebten, und erhält als Antwort das sie bald ihr Kind bekommt und sagt das man ihr von ihm Gratulieren soll und sie grüßen soll. 
In den letzten beiden Strophen 6 und 7 ruft die kleine Schwester rein, dass das Hündchen groß und toll geworden ist aber im Rhein ertrunken ist. Außerdem sagt er dass die kleine der Geliebten ähnelt, und dieselben Augen wie sie hat die er so mag.

Das 135 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 28 Versen mit insgesamt 7 Strophen mit jeweils 4 Versen. Es herrscht ein Kreuzreimschema mit jeweils einem Reim pro Strophe, wovon sich immer nur der zweite und der letzte also der 4. Vers reimt. Das Metrum ist durchgängig ein dreihebiger Jambus. 

In der ersten Strophe im 3. Vers ist eine Aufzählung der getroffenen Personen. In Strophe 3 Vers 3 gibt es eine Verniedlichung von Hund mit „Und nach dem kleinen Hündchen“, was deutlich machen soll dass es ein kleiner Hund ist, was nochmal in dem nächsten Vers (vgl. Strophe 3 Vers 4) „mit seinem sanften Belln“ durch das Adjektiv „sanften“ zum Ausdruck gebracht wird. Und es ist ein Pleonasmus da das Wort „Hündchen“ schon impliziert dass das Hündchen „klein“ ist. 
Außerdem wird hier der Buchstabe „e“ aus dem Wort „Bellen“ weggelassen, um die Fortführung des dreihebigen Jambus zu gewährleisten. Einen Konjunktiv gibt es in Strophe 4 in Vers 4 mit „sei“ am Ende des Verses. Außerdem ist Vers 4 eine Umschreibung mit „Daß sie in den Wochen sei“ was für die baldige Geburt eines Kindes von ihr steht. Strophe 5 erster Vers beginnt sowie der zweite Vers in Strophe 5 mit einem „und“, was eine Anapher ist. In der selben Strophe im 4. Vers wird bei dem Wort „Viele“ der Buchstabe „e“ weggelassen, um wie schon in Strophe 3 den dreihebigen Jambus zu erhalten. 1. Vers Strophe 6 wird „Schwesterchen“ ohne Artikel verwendet. In Vers 2 mit „Das Hündchen, sanft und klein,“ wird ein Pleonasmus verwendet, da die Bezeichnung „Hündchen“ schon impliziert, dass es sanft und klein ist. Das wird auch wie schon in Strophe 3 Vers 3 verwendet, um deutlich zu machen, dass es ein kleiner Hund ist. In dem letzten Vers, Also Vers 4, wird das altertümliche Wort für wurde verwendet, nämlich „ward“, welches oft in Gedichten verwendet wurde. Der ersten Vers in Strophe 7 und der letzte Vers in Strophe 7 beginnen beide mit „Die“, und können Inhaltlich mit „Die Kleine gleicht der Geliebten,“ und „Die mich so elend gemacht“ zusammengefügt werden. Das „Die“ in dem letzten Vers wird auch auf die vorgängige Strophe 3 mit „Sie hat dieselben Augen,“ zurückgeführt. 

Das Gedicht im allgemeinen stimmt gut vom Inhalt und der Sprachlichen und Stilistischen Mittel überein. Die Überschrift stimmt mit dem Inhalt überein. Der erste Eindruck weicht nicht von der Interpretation ab, da das Gedicht gut und verständlich zu lesen und auch in der heutigen Zeit aussagekräftig ist. 

Lydia Freigang


Das Gedicht „Mein Herz, mein Herz ist traurig" von Heinrich Heine, entstammt dem 1823 erschienenem ersten Band der Reiselieder. Im Gedicht spielt die Natur eine zentrale Rolle, was ein typisches Merkmal der Romantik ausmacht. Ebensoverweist die Entstehungszeit des Gedichtes darauf. Es handelt sich also um ein romantisches Gedicht. 

Im Gedicht schildert das lyrische Ich aus der Ferne betrachtend, was um es herum geschieht. Der Herzschmerz des lyrischen Ichs wird thematisiert und seiner fröhlichen, idyllischen Umgebung gegenübergestellt. Hierbei kennzeichnet der Todeswunsch, den das lyrische Ich schlussendlich äußert, ein weiteres Merkmal der Epoche der Romantik. Vielleicht ist das lyrische Ich deprimiert, ausgehend von seiner Lebensmüdigkeit. Ausgehend vom biographischen Kontext 



Heines, hatte Heine auf seinen Reisen Sehnsucht nach der eigenen Heimat. Diese Heimatlosigkeit spiegelt sich in der distanzierten Beobachter-Rolle des lyrischen Ichs zu seiner Umgebung wider.



Das Gedicht besteht aus 6 Strophen mit jeweils vier Versen. Im Gedicht sind unvollständige Kreuzreime zu finden. Es reimen sich immer der Zweite und der Vierte Vers, der Erste und der Dritte Vers reimen sich nicht. Gekennzeichnet ist das Gedicht von dreihebigen Jamben womit ein monotoner, träger Klang des Gedichts erzeugt wird und wodurch die klagende Gemütslage des lyrischen Ichs deutlich wird. Unterbrochen werden die Jamben von Daktylen, was für eine gewisse Unruhe im Gedicht sorgt, da es den monotonen Klang für kurze Zeit aufhebt. Das Gedicht ist von überwiegend weiblicher Kadenz 



geprägt, was rhythmisch für einen langsamen Lesefluss sorgt und die friedvolle Stille der Umgebung des lyrischen Ichs verkörpert.



Betrachtet man den Titel des Gedichts „Mein Herz, mein Herz ist traurig", wiederholt sich dieser bereits in Form einer Personifikation im ersten Vers des Gedichts. Hierbei wird mit „mein Herz ist traurig" (V.1) der Herzschmerz des lyrischen Ichs angesprochen. Durch die Wiederholung des Satzes „Mein Herz" (V.1) wird die trauernde Gemütslage des lyrischen Ichs dem Leser bereits am Anfang bewusst. 

In der ersten Strophe befindet sich das lyrische Ich „Hoch auf der alten Bastei" (V.4), wo es aus der Ferne den Beobachter spielt. Die Alliteration „Doch lustig leuchtet der Mai" (V.2) stellt einen Gegensatz zur 



vorherrschenden klagenden Atmosphäre dar. Es wirkt, als würde das lyrische Ich versuchen sich von seiner Trauer abzuwenden, indem es sich auf die schöne, fröhliche Natur fokussiert. Da das lyrische Ich sich auf der Bastei befindet, besteht eine Distanz zum Geschehen um das lyrische Ich und zeigt, dass das lyrische Ich keine Bindung zu seinem Aufenthaltsort verspürt. Vielleicht fühlt sich das lyrische Ich durch jene Distanz weniger wie ein Teil des Szenarios und fühlt sich ausgeschlossen. Wenn man auf die Biographie von Heine zurückgreift, wird ersichtlich, dass er sich aufgrund seiner jüdischen Abstammung in Deutschland oftmals ausgeschlossen und heimatlos fühlte. Das könnte als Sehnsucht des lyrischen Ichs gedeutet werden, ein Teil der Gesellschaft zu sein, die es aus der Ferne betrachtet. 



In der zweiten Strophe schildert das lyrische Ich einen Fluss, auf dem ein Knabe zu Gange ist und angelt. Das lyrische Ich sieht in dem Fluss einen „Stadtgraben"(V.6), ein Ausdruck, der durchaus negativ behaftet sein kann. Es hat den Anschein, als wolle Heine mehr auf die unschöne Realität eingehen wollen, indem er mittels Übertreibung aus dem Fluss einen „Stadtgraben" macht und der romantischen Szenerie so jegliche Ästhetik nimmt und so romantischen Vorstellungen entgegenwirkt. 

In der dritten Strophe zählt das lyrische Ich teilnahmslos Dinge auf, die es in der Ferne erblicken kann. Durch jene Aufzählungen „Lusthäuser, und Gärten, und Menschen" (V.11) und „Ochsen, und Wiesen, und Wald" (V.12) entsteht ein monotoner Klang, wobei keine Dynamik entsteht, was für die Trauer der lyrischen Ichs stehen könnte. 



Auffällig ist hierbei dennoch die Wahl der Worte. Das vorher beim Leser geschaffene idyllische Bild wird zerstört, durch Ausdrücke wie „Ochsen" (V.12) oder „Lusthäuser" (V.11). Damit will das lyrische Ich vermutlich den Fokus auf die Gesellschaft lenken und kritisieren. Das ist vielleicht ein Hinweis auf Heine, der sicherlich unzufrieden mit den Menschen in der Gesellschaft war, weil sie ihn aufgrund seiner Religion ausschlossen. Daher weist das lyrische Ich auf Dinge wie Lusthäuser, die in der Gesellschaft als unschön gelten, hin. Damit schafft Heine einen Bezug zur Realität und wirkt romantischen Vorstellungen wieder entgegen.

In der vierten Strophe ist von Wäsche bleichenden Mägden, die im Gras herum springen, die Rede und einem Mühlrad, dessen Gicht mit im Sonnenlicht 



funkelnden Diamanten verglichen wird. 

Das lyrische Ich spricht hier von Mägden, die Spaß bei der Arbeit haben. Genauso, die in der Sonne funkelnden Diamanten, eine Metapher für die Gicht des Mühlrads, unterstützt die romantische Darstellungsweise der Szenerie. Dieser Kontrast zur schönen Umgebung des lyrischen Ichs und dessen Gemütslage unterstützt noch einmal den inneren Konflikt des lyrischen Ichs. 

In der vorletzten Strophe schildert das lyrische Ich, wie ein Bursche in einem roten Rock an einem Schilderhäuschen Wache hält, indem er „[d]ort auf und nieder geht" (V.20). In der letzten Strophe spielt der Bursche mit seiner Flinte und das lyrische Ich äußert gedanklich den Wunsch erschossen zu werden. Auffällig in beiden Strophen ist die Farbe rot von „rotgeröckter Bursche"(V.15) und der im 



„Sonnenrot"(V.22) funkelnden Flinte. Mit der Farbe rot wird oftmals Liebe assoziiert, was auch ein Hinweis auf den Herzschmerz aufgrund des sich nach Heimat sehnenden lyrischen Ichs sein kann. Dass das lyrische Ich sich schlussendlich nach dem Tod sehnt zeigt, wie sehr das Gefühl von Trauer und dem damit verbundenen Gefühl von Heimatlosigkeit, das lyrische Ich innerlich zerreißt.

Anhand des Gedichtes allein, ist es unmöglich die genaue Ursache des Herzschmerzes des lyrischen Ichs zu bestimmen, wenn man sich vorher nicht mit der Biographie Heines auseinandergesetzt hat. Und selbst wenn man Schlussfolgerungen von der Biographie Heines zieht, muss das ja noch immer nicht der Wahrheit entsprechen. Wenn man sich jedoch an der Biographie 



Heines orientiert, kann man sich Dinge herleiten und am Text belegen. Wie die trauernde, klagende Gemütslage des lyrischen Ichs, die durch Nutzung diverser Stilmittel Heines zum Ausdruck kommt, was durchaus eine Begleiterscheinung von Sehnsucht, im Falle Heines, Sehnsucht nach der Heimat, sein kann.

Die Verse des Gedichts bis auf den ersten und letzten Vers, die sozusagen die romantische Szenerie einrahmen, wirken sehr unpersönlich und man erfährt nicht was dem lyrischen Ich so zusetzt. Da das lyrische Ich am Ende sogar den Todeswunsch äußert, ist es vielleicht tatsächlich eine Art Heines zu sagen, dass er sich nicht wohlfühlt aufgrund seiner Religion und nicht mehr als Außenseiter weiter leben will.



Lydia Freigang