Deutschland. Ein Wintermärchen
Deutschland. Ein Wintermärchen ist ein Versepos von Heinrich Heine, welches 1844 veröffentlicht wurde. Es ist eines der bekanntesten Werke Heines und stellt voller Ironie die Problematik des preußischen Militarismus und Nationalismus an den Pranger. In dem Werk "Deutschland. Ein Wintermärchen" fasst Heinrich Heine seine Reise nach Deutschland im November 1843 zusammen und schildert den geistigen Zustand seines Heimatlandes in der Zeit des Vormärz. Der Versepos entstand im Pariser Exil wo Heinrich Heine seit 1831 ansässig war. Der Grund für eine Ausreise aus dem Vaterland bestand darin das ab 1819 die Karlsbader Beschlüsse ein Ende für die Reformbewegungen vorsahen. Die Folge dessen waren verschärfte Zensuren, strenge Überwachungen von Veröffentlichungen, Büchern und Zeitungsartikeln. Da Heinrich Heine schon 1815 die sozialen und politischen Verhältnisse im Land kritisierte, war er einer der ersten dessen Schriften verboten wurden. Darauf hin wurde Heines Sicht auf Deutschland als sein Heimatland immer negativer. Mit dieser negativen Sicht fuhr Heinrich Heine auch 1843 nach Deutschland und schrieb "Deutschland. Ein Wintermärchen". Im Mittelpunkt dieses Werkes steht bittere Kritik an Deutschland aber auch der Zwiespalt mit tiefer Verbundenheit gegenüber dem Vaterland. Der Traum Heines war ein freies und vereintes Deutschland.
Im Vorwort des Versepos bedauert Heinrich Heine das er jenes Werk stark überarbeiten musste um der Zensur gerecht zu werden. Außerdem ist das Werk nicht nach Kapiteln sondern nach Caputen gegliedert die wiederum einzelne Gedichte darstellen.
In Caput I beschreibt der Ich-Erzähler seine Einreise in das Heimatland mit gemischten Gefühlen, unter anderem Heimweh. Der Erzähler wünscht sich das jeder Mensch ein Recht auf ein materiell gesichtertes Leben hat und für seine Arbeit gerecht entlohnt wird. Passend hierzu folgendes Zitat aus Caput I, Strophe 10, Vers 39-40: "Verschlemmen soll nicht der faule Bauch, Was fleißige Hände erwarben". Ein Wunsch der zum Glück heutzutage schon in die Realität umgesetzt wurde aber für damalige Verhältnisse völlig verständlich war.
Caput II beschreibt die Grenzkontrolle des Lyrischen Ichs und dessen Gedanken. Der Ich-Erzähler bedauert die Grenzkontrollen und bringt diesen Kontrolleuren gegenüber das man zwar die Taschen kontrollieren könne, aber niemals das geistige Eigentum eines Menschen. Wobei man beachten muss, das Grenzkontrollen mehr der Sicherheit und Einheitlichkeit dienen als der Kontrolle. Heine wollte mehr Kritik an der Zensur äußern, als an den Grenzkontrollen. Trotzdem ist das geistige Eigentum des Menschen das wichtigste und privateste was jeder Mensch hat und deshalb ist es auch wichtig, diesen frei äußern zu dürfen. Heinrich Heine war also seiner Zeit schon weit voraus und übte zurecht Kritik an der Zensur und Kontrolle aus.
Aachen erreicht das lyrische Ich in Caput III als erste Stadt auf seiner Reise. Die Beobachtung von einem arroganten und doch ängstlichen Volk dient Heine zum Spott über das Deutsche Volk: "In jeder Bewegung, und im Gesicht der eingefrorene Dünkel" (Caput III, Strophe 6, Vers 23-24). Der Spott reicht bis hin zum Reichsadler und König die das lyrische Ich am liebsten zum Abschuss freigeben würde. Eine voreingenommene Sicht die man vertsehen könnte wenn man das gleiche wie Heinrich Heine erlebt hat. Aus neutraler Sicht wirkt dieser Caput jedoch etwas extrem und arg verspottend gegenüber Deutschland.
Die Reise wird in Caput IV fortgesetzt und das lyrische Ich trifft in Köln ein. Die Nonnen und Mönche beschimpft das lyrische Ich als Tänzer des Mittelalters. Gleichzeitig zieht Heine über die Hexenverbrennungen und die nicht fertigstellung des Kölner Doms her. Ansichten die man durchaus teilen kann, da die Kirche in der Zeit Heinrich Heines ein Feind der Vernunft war und alles tat um mit Betrügereien schnelles Geld zu machen. Bis zu Caput VII bleib das lyrische Ich in Köln und wird durch selstsame Träume geplagt.
Aus Köln ausgereist durch einen in Caput VIII traurig beschriebenes Mühlheim geht es für den Ich-Erzähler weiter nach Hagen (Caput IX). Von dort aus nach Unna (Caput X) wo Heine ironisch über den Nationalismus und Militarismus herzieht: "Bewahre dich vor Krieg und Ruhm, Vor Helden und Heldentaten" (Caput X, Strophe 8, Vers 31-32). Ein Caput der dank seiner Ironie besonders ist und kritisch auf ein Deutschland schaut, welches dabei ist die Freiheit der Menschen immer mehr einzuschränken. Im Teutoburger Wald Angekommen, findet das lyrische Ich das Herrmannsdenkmal bei Detmold und grübelt über vergangene Zeiten.
Neben vielen weiteren Orten auf der Reise träumt das lyrische Ich viel, unter anderem von Kaiser Barbarossa und Befreiungskriegen Deutschlands. Intressant gestaltet sich die Reise nochmals in Caput XVIII im Ort Minden als das lyrische Ich von preußischer Dummheit, Zensur und dem Reichsadler träumt.
In den letzten Capita erreicht der Ich-Erzähler nun endlich den Zielort Hamburg und kann seine überalles geliebte Mutter nach 13 Jahren in die Arme schließen. Deutschland. Ein Wintermärchen ist ein fantastisches Werk, welches verborgen die Probleme des Deutschen Staates der damaligen Zeit wiederspiegelt. Das Werk Heinrich Heines ist Reisebild und gleichzeitig Politiksatire. Heine spricht über die politische und geistige Enge im eigenen Land. Ein großartiges Werk mit gerechtfertigter Kritik an einem System, welches nur durch Einschränkungen lebt.
Bedeutung Heine
Wagner die beiden Grenadiere (Link)
Schumann die beiden Grenadiere Fischer Dieskau (Link)
Wie bei jeden Dichter, verfügt auch eine über Sekundärliteratur, die sich vor allem mit der Interpretation und Analyse Heines Schaffens und dem biographischem Werdegangs Heines befassen. Zudem sind auch verschiedenste Korrespondenz mit anderen Dichter und Denker und Musikern seiner Zeit veröffentlicht.
Heine wurde beispielsweise, aber auch stark in der DDR für seine revolutionären Gedanken gehuldigt und als Beispiel als Reformator und Umstürzler genutzt. Was daraus schließt das er früh sozialistische Gedanken hegte, obwohl das Wort mit Vorsicht zu genießen ist, da es noch nicht in dem Kontext steht, wie Marxs und Engels es formen, mit den Heine zwar befreundet war, jedoch nicht ganz eine polistische Meinung teilte, sondern er einen sozialen und demokratischen Staat fordert, womit er als Frühgründer der Sozialen Frage steht, die sich jedoch erst später begründet. Er zählt jedoch zu den Begründern des Vormärzes und Teil der Bewegung Junges Deutschland. Zudem ist er Antiaristokrat und muss auf Grund seiner teils Staat- bzw. Krönefeindlichen Texten sich Zensur und dem späterem Exil unterziehen. Zusätzlich ist zu sagen das Heinrich Heine Jude war, was seinen weg zudem erschwerte. Er Zählt jedoch zu den Begründern des Vormärzes und Teil der Bewegung Junges Deutschland. Zusammenfassend ist zu seiner politischen Meinung zu sagen, dass er sich nach Ideologischen „Patentlösungen“ sehnt, jedoch stets auf die harte materialistische Realität stößt und somit sich nicht beispielsweise Marx und Engels zuordnen kann, da es ihm zu realitätsfern scheint. Heine zählt dadurch eher zu den Freidenkern und Hagestolz seiner Zeit, was sich auch in seinen Schriften widerspiegelt, die keiner genauen Epoche einzuordnen sind, da er sich mit der Spätromantik beschäftigen er sich jedoch schnell abwendet, da sie im zu realitätsfern ist und er sich auf die Aufklären und Ideologie fern Style bezieht und in den Vormärz mündet.
Beispielhaft für seinen modernen direkten jedoch gewieften Schreibstil, seine zynische Art und politische Überzeugung ist das Gedicht „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“.
Seine Schriften werden Bestandteil der Märzrevolution und Einheitsbewegung des jungen Deutschlands. Später werden sie im Dritten Reich als Deutschfeindlich und „Judenschmutz“ abgestempelt und verboten. Sie vielen auch der Bücherverbrennung 1933 zum Opfer. In den 70 Jahren bis zum Mauerfall wurden Heines Werke auf beiden Seiten der Mauer als Sinnbild für ein geeintes Deutschland und wurde in beiden Länder stark unterstützt. In der DDR wurde Heine als eine Art „erster Sozialist“ gefeiert. Heutzutage gilt Revolutionär in der Literatur und wird für seinen Individualismus honoriert. Er genießt Weltweiten Ruhm, auch durch seine zynische Art.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass Heine zu seiner aber auch anderen Zeiten den Zeitgeist fasste und ihn durch eine sehr realistische und zynische Art den Geist manifestierte.